Archiv der Kategorie: Internet

Ulrich Wilhelm, ARD: Europäische Plattform für Medien und Kultur, Gegengewicht zu Facebook, Google, Youtube

Ulrich Wilhelm, seit 01.01.2018 Geschäftsführer der ARD, im „Handelsblatt“:

“Was wir brauchen, ist eine europäische digitale Infrastruktur – eine Plattform von Qualitätsangeboten im Netz, an der sich die öffentlich-rechtlichen, die privaten Rundfunkanbieter, die Verlage, aber auch Institutionen aus Wissenschaft und Kultur und viele andere beteiligen können”.

Eine kleine Auswahl an Berichten:

Heise 27.03.2018
https://www.heise.de/newsticker/meldung/ARD-und-Verlage-Super-Mediathek-als-Facebook-Alternative-4006049.html

Handelsblatt 23.09.2018
https://www.golem.de/news/streaming-ard-vorsitzender-wilhelm-plant-europaeisches-youtube-1809-136722.html
https://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/interview-mit-ulrich-wilhelm-wir-brauchen-ein-europaeisches-youtube-der-plan-des-ard-chefs/23097500.html

Zeitungskongress 25.09-2018
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/digitale-plaene-des-ard-vorsitzenden-ulrich-wilhelm-15807827.html

Evangelischer Medienkongress 16./17.10.2018
https://www.ekd.de/ev-medienkongress-fuer-europaeische-social-media-plattformen-38765.htm

Interview: Die Idee für eine europäische Plattform 19.10.2018
https://www.br.de/radio/b5-aktuell/sendungen/medienmagazin/medien-interview-wilhelm-zu-europischer-plattform-100.html

 

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METRO verlagert sein zentrales Finanzsystem in die Google-Cloud – Datenschutz?

Auf internen Daten illustrer Unternehmen sitzt Google also auch. Haben die so viel Vertrauen in Google?

Der Handelskonzern METRO schwenkt im grossen Stil auf eine technische Infrastruktur in der Cloud um
https://www.finanzen.ch/nachrichten/aktien/metro-zieht-finanzanwendungen-in-die-google-cloud-1027604123

Handelskonzern Metro verlagert seine Finanzanwendungen in die Google-Cloud
Auf Googles Next ’18 hat Metro angekündigt, sein Finanzsystem in der Cloud des US-Anbieters zu betreiben. Zum Einsatz kommt außerdem SAP S/4HANA
https://www.heise.de/ix/meldung/Handelskonzern-Metro-verlagert-seine-Finanzanwendungen-in-die-Google-Cloud-4186816.html

Cloud-Anbieter: Wie steht es um den Datenschutz
https://www.heise.de/download/blog/Cloud-Anbieter-Wie-steht-es-um-den-Datenschutz-3658164

AWS, Azure oder Google Cloud: Eine ausführliche Analyse aus Management-Sicht
https://t3n.de/news/aws-azure-google-cloud-878305/2/

Einige Nutzer der Google-Cloud: Spotify, Airbus, Deutsche Börse, iPhone
Quellen:
http://www.br.de/nachrichten/google-cloud-region-deutschland-muenchen-spacenet-100.html (nicht mehr verfügbar)
https://www.computerwoche.de/a/die-google-cloud-draengt-in-die-unternehmen,3332195
https://www.heise.de/mac-and-i/meldung/Apple-iCloud-Daten-liegen-auch-auf-Google-Servern-3979160.html

Regulierung von Informationsintermediären

Notwendigkeit der Sicherung von Vielfalt im Internet. Regulierungsbedarf von Informationsintermediären. Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten. Die medienanstalten, ALM GbR. 4 S.
Betr. „Unternehmen wie Facebook, Twitter oder Google“

Weitere Erläuterungen zur Regulierung von Informationsintermediären. Die medienanstalten, ALM GbR. 8 S.

Via:
https://www.die-medienanstalten.de/ueber-uns/positionen/

Intermediäre und Meinungsbildung

Zur Relevanz von Online-Intermediären für die Meinungsbildung. Jan-Hinrik Schmidt  … Hans-Bredow-Institut. 2017. 107 S.
Via:

 

Digitalisierungsbericht Video 2018. Digitalisierung vollendet. Wie linear bleibt das Fernsehen?

Digitalisierungsbericht Video 2018. Digitalisierung vollendet. Wie linear bleibt das Fernsehen?. Red.: Aylin Ünal,  Simon Berghofer. Hrsg.: Die medienanstalten, ALM GbR. 71 S.

Enth. auf S. : 17 – 30: Suchmaschinen und Social Media. Gatekeeper der digitalen Gesellschaft. Regulierung von Intermediären unter Medienvielfaltsgesichtspunkten. Anja Zimmer.
Zu regulieren und somit Gegenstand sind

all jene [Intermediäre], die durch ihre Beliebtheit beim Nutzer und den damit einhergehenden hohen Marktanteil einen wesentlichen Einfluss darauf ausüben, was der Nutzer täglich an Informationen präsentiert bekommt und in welcher Form dies geschieht.

Konkret: Suchmaschinen und Soziale Medien.

Via:
https://www.die-medienanstalten.de/publikationen/digitalisierungsbericht-video/news/digitalisierungsbericht-video-2018/

Medienstaatsvertrag. Diskussionsentwurf zu den Bereichen Rundfunkbegriff, Plattformregulierung und Intermediäre

Medienstaatsvertrag. Diskussionsentwurf zu den Bereichen Rundfunkbegriff, Plattformregulierung und Intermediäre. Erster Arbeitsentwurf. Rundfunkkommission der Länder. 28 S.

Frist für die Einreichung von Ideen und Stellungnahmen: 30. September 2018.

https://www.rlp.de/de/landesregierung/staatskanzlei/medienpolitik/beteiligungsverfahren-medienstaatsvertrag/kontaktformular/

Via:
Machen Sie mit! Beteiligungsportal der Rundfunkkommission
https://www.rlp.de/de/landesregierung/staatskanzlei/medienpolitik/beteiligungsverfahren-medienstaatsvertrag/

Siehe auch:
KEK kritisiert fehlende Reform des Medienkonzentrationsrechts

In der Tat könnte auf Grundlage des aktuellen Medienkonzentrationsrechts zum Beispiel eine Übernahme der RTL- oder der ProSiebenSat.1-Gruppe durch Google, Facebook, Netflix oder ein großes Telekommunikationsunternehmen ebenso wenig von der KEK geprüft werden wie deren Zusammenschluss mit einem meinungsmächtigen Verlagshaus.

https://www.kek-online.de/service/pressemitteilungen/meldung/news/medienstaatsvertrag-kek-kritisiert-fehlende-reform-des-medienkonzentrationsrechts/

 

Das Ende der Schopfheimer hypervirtuellen Bibliothek (SHVB) oder: die virtuelle Bibliothek, ein Opfer reiner Nachfrageorientierung?

Nach der Schließung der Deutschen Internetbibliothek (DIB) im Jahr 2013 wurde nun mit der von der Stadtbibliothek Schopfheim bereitgestellten SHVB, einer

nach der ASB geordneten Sammlung von systematisch geordneten Sammlungen ausgewählter allgemeiner und fachlicher Informationsquellen im Internet (frei nach http://www.schopfheim.de/bib/ ),

eines der wissenschaftlich relevanten Hilfsmittel zur Internetrecherche, die nach dem Ende großer Linksammlungen noch aktiv waren (https://archivalia.hypotheses.org/3357), aus dem Netz genommen.

Die Gründe für die Einstellung der SHVB sind mir nicht bekannt, möglicherweise pausiert sie auch nur bis zu einem Relaunch. Auffällig ist die zeitliche Nähe zum Eintritt des Bibliotheksleiters, Kurt Menter, in den Ruhestand (31. August 2017). Kurt Menter hatte die SHVB 2001 gegründet und seitdem gepflegt.

Ein Blick auf die Veränderungen, die die neue Bibliotheksleiterin, Katja Benkler, Presseberichten zufolge bald nach ihrem Amtsantritt plante, erlaubt es, die Schließung der SHVB in einen größeren Rahmen einzuordnen. Zunächst hatte Katja Benkler angekündigt, sie wolle

das, was ihr Vorgänger in 32 Jahren so hervorragend aufgebaut und ausgebaut hat, fortführen und konzeptuell weiterentwickeln
https://www.suedkurier.de/region/hochrhein/schopfheim/Stadtbibliothek-Neue-Chefin-will-hohen-Standard-halten;art372617,9361079.

Worum es Kurt Menter bei seiner Arbeit hauptsächlich ging, woran demnach anzuknüpfen wäre, hatte er kurz vor seiner Verabschiedung in einem Presseinterview herausgestellt:

  • nicht die schöne Literatur steht im Mittelpunkt einer ÖB, sondern das Sachbuch, nicht Spielfilme für die breite Masse, sondern Filmkunst, Dokumentarfilme etc.,
  • die Aufgabe einer Bibliothek ist es, freien Zugang zu Informationen zu verschaffen,
  • wozu auch der Zugang jeden Bürgers zu wissenschaftlichem Material gehört, realisiert durch den Leihverkehr bzw. für Online-Ressourcen durch die SHVB,
  • Informationsvermittlung soll der Schwerpunkt sein in allen Bereichen der Buchauswahl, die im übrigen nicht privatisiert ist
    http://www.badische-zeitung.de/schopfheim/bibliothek-sollte-ein-angenehmer-ort-sein–140401358.html.

Katja Benkler stellt die Frage „Was gut läuft und was nicht“ in den Mittelpunkt ihrer Überlegungen über die weitere Entwicklung der Bibliothek (https://www.verlagshaus-jaumann.de/inhalt.schopfheim-ein-bisschen-mit-der-zeit-gehen.8a8c261f-8a69-4555-86e1-589ec638bc49.html). Für den Anfang beschloss sie schon einmal den Medienausbau in ausleihstarken Bereichen wie Kinder-CDs und Belletristik-Bestsellern, um dem wie anerkanntermaßen in vielen ÖBb auch in Schopfheim beklagten Rückgang der Ausleihzahlen zu begegnen
(https://www.verlagshaus-jaumann.de/inhalt.schopfheim-die-ausleihzahlen-sind-ruecklaeufig.249810ae-a0b7-47f0-9173-d009a0968e8a.html) .

Der aus diesen wenigen Informationen ersichtliche Bruch der neuen mit Grundsätzen der alten Bibliotheksleitung erinnert an die Diskussion um die angebots- vs. nachfrageorientierte Bibliotheksarbeit. Wenn die Entscheidung gegen den Weiterbetrieb der SHVB auf gleicher Linie liegt, wäre die diese als Opfer eines Primats der Nachfrageorientierung anzusehen.

Bei der Schließung der DIB jedenfalls scheint der Nachfragegesichtspunkt den Ausschlag gegeben zu haben, wenngleich es einen zweiten Faktor gab, nämlich einen derart geringen Elan der DIB-Teilnehmerbibliotheken, dass die Betreuung der DIB oft nur theoretisch stattfand, nachzulesen im Protokoll des DIB-Anwendertreffens am 15.03.2013 (https://wiki.bsz-bw.de/lib/exe/fetch.php?media=mare-team:virtuelle_auskunft:p20130313.pdf), auf dem das Ende der DIB besiegelt wurde.

Die gesunkene Zahl an Seitenaufrufen erklärten die Anwender mit einer gewachsenen und offenbar als ausreichend angesehenen Recherchekompetenz der Internetnutzer.  So bezeichneten sie die DIB mit der Begründung als „relativ entbehrlich“, die Nutzer seien internetaffiner geworden, benutzten in hohem Maße Suchmaschinen wie Google und Online-Nachschlagewerke wie die Wikipedia und bewegten sich in sozialen Netzwerken. Worauf sich die Einschätzung der Nutzerkompetenz stützt, machen weder das Protokoll noch die Mitteilung der Betriebseinstellung (https://wiki.bsz-bw.de/lib/exe/fetch.php?media=mare-team:virtuelle_auskunft:dib-einstellung-2013-08-08.pdf)  nachvollziehbar, sondern sie belassen es bei der Behauptung.

Bei näherer Betrachtung dürften, so lässt sich schlussfolgern, die DIB‑Anwenderbibliotheken

  • entweder davon ausgegangen sein, dass sich „die“ Nutzer mit Recherchetechniken, Suchmaschinen-Ranking, Filterblasen, Deep Web, Qualitätscheck etc. auskennen, was allerdings schwerlich zu belegen sein wird,
  • oder nur Nutzer mit einfach zu recherchierenden Fragestellungen als Zielgruppe angesehen, Nutzer mit Bedarf an tiefergehenden Internetrecherchen („gehobener Bedarf“?) dagegen nicht zur Zielgruppe gerechnet haben.
    Zwar dürften die höheren Zugriffszahlen aus der erstgenannten Kategorie zu erwarten sein, für die die DIB aber als entbehrlich bezeichnet werden würde, während bei der zweitgenannten Kategorie, für die die DIB nicht als entbehrlich gelten würde, wiederum nicht die Mindestzugriffszahl zu erzielen wäre, die die Bereitstellung der Dienstleistung rechtfertigte, wie auch immer diese Zahl definiert werden würde.

Ein wesentlicher Gesichtspunkt blieb bisher außen vor. Es liegt in der Natur des WWWs und der Suchmaschinen, dass sich substantielle Internetressourcen nicht ohne weiteres heben lassen. Der Nutzwert der Selektion und Erschließung solcher Ressourcen durch Fachkräfte, die mit zunehmender Erfahrung zudem einen Instinkt für Informationsanbieter und -strukturen entwickeln, in Form einer virtuellen Bibliothek erweist sich dem Recherche-Experten ebenso wie dem Gelegenheits-Surfer, womit das o. g. Argument der Recherchekompetenz der Nutzer entkräftet wird.

Die Umstände der Schließung der SHVB, soweit sie über die Presse bekannt wurden, regen dazu an, den Ausstieg der Bibliotheken aus der Pflege umfangreicher Linksammlungen oder virtueller Bibliotheken unter dem Aspekt nachfrage- bzw. angebotsorientiertierter Herangehenweisen zu hinterfragen.

[Parallel veröff. in archivalia: https://archivalia.hypotheses.org/76386]

Es gilt die Lizenz CC BY 4.0.